"Erst die Arbeit, dann das Vergnügen". So, oder so ähnlich könnte man den letzten Arbeitstag von Rudi Geukes als Isselburgs Bürgermeister betrachten. Die Abschiedstour bei den Kollegen im Rathaus war längst beendet. Auf dem Parkplatz des Rathauses übergab Rudi Geukes am Abend die Türschlüssel an seinen Nachfolger Michael Carbanje. Aber für den (Noch)Bürgermeister stand ja noch eine Ratssitzung an. Nicht in der Mensa der Verbundschule, sondern ausnahmsweise im evangelischen Gemeindehaus. Der Grund hierfür war die Verabschiedung des scheidenden Bürgermeisters. Mit acht Tagesordnungspunkte im öffentlichen Teil war die Sitzung im Gegensatz zu vielen anderen ziemlich klein gehalten. Hinzu kamen drei Punkte im nichtöffentlichen Teil.

„Meine Damen und Herren, ich begrüße Sie herzlich zu meiner letzten Ratssitzung“, erklärte Rudi Geukes zu Beginn. Dann erfolgte in ungewohnt schnellem Tempo die Abarbeitung der Tagesordnungspunkte. Darunter auch die Bestätigung der Gültigkeit der Bürgermeisterwahl vom 14. Januar 2018. „Ich hab das natürlich schon am Wahlabend getan, trotzdem möchte ich noch mal Michael Carbanje zum Gewinn der Wahl gratulieren“, erklärte Geukes und überreichte seinem Nachfolger einen Blumenstrauß.

Viele Weggefährten wollten sich verabschieden

Nach einer halben Stunde war die Sitzung zu Ende. Schon fast ein Novum im politischen Sitzungsleben in Isselburg. Und dann kamen nach und nach die Gäste, die es sich nicht nehmen lassen wollten, Rudi Geukes in den Ruhestand zu verabschieden. Darunter nicht nur die vielen Vertreter der örtlichen Vereine, der Banken und Sparkassen und viele Freunde, sondern auch Landrat Dr. Kai Zwicker, Raesfelds Bürgermeister Andreas Grobendorst in seiner Eigenschaft als Leiter der AG Bürgermeister des Kreises Borken, sowie die Bürgermeisterkollegen aus Bocholt, Hamminkeln und Rees. Und natürlich die Mitglieder des Rates, eine Abordnung der Feuerwehr, sowie die Familie. Geukes freute sich übrigens sehr darüber, dass mit Alexander Potthoff ein ehemaliger Verwaltungsmitarbeiter den weiten Weg aus München auf sich genommen hatte, um bei der Verabschiedung dabei zu sein.

Ohne die Familie läuft nichts

Rudi Geukes dankte in seiner Rede den Mitarbeitern im Rathaus und hier besonders seiner Sekretärin Karin Ostendorf und überhaupt den vielen Menschen, die ihn in den sechs Jahren Bürgermeisterdasein begleitet haben. Dann wand sich Geukes seiner Familie zu. „Ich glaube, dass ihr oft genug mitgelitten und euch auch oft mit gefreut habt“. Es war einfach die Erkenntnis, dass es ohne die Unterstützung der Familie nicht geht. Ein besonderer Dank ging deshalb auch an seine Frau Hilde, die, so der Landrat später, wohl auch immer für die Auswahl der Krawatten zuständig war.

Der Eine kommt, der Andere geht

Die Redner, darunter natürlich auch sein Nachfolger Michael Carbanje und der Landrat beschrieben Rudi Geukes als ehrlich, gradlinig und überaus kollegial. Carbanje wünschte sich, dass der Kontakt nicht abreist und man Gelegenheit findet, sich zu treffen, sich auszutauschen und vielleicht auch mal ein paar gesellige Stunden miteinander verbringen kann. „Auch das Rathaus steht dir jederzeit offen und du bist immer herzlich willkommen“. Der neue Bürgermeister verabschiedete den scheidenden Bürgermeister mit der Überreichung der Urkunde und eines Blumenstraußes.

Geukes wolle immer das beste für sene Stadt

Landrat Dr. Kai Zwicker nahm den Abschied zum Anlass, ein bisschen über die Zusammenarbeit mit Rudi Geukes zu reden. „In einigen Dingen hat Isselburg es nun mal schwerer, als andere Kommunen“, erklärte Zwicker. Gleichwohl dieser Erkenntnis gab es von Geukes kein Jammern. „Er hat immer Zielstrebig versucht, das Beste für Isselburg rauszuholen“. Die Zusammenarbeit mit dem Kreis hat immer hervorragend funktioniert, so der Landrat. Und dies sowohl in früheren Jahren als Geukes noch nicht Bürgermeister, aber Kreistagsabgeordneter für die SPD war, als auch in den letzten sechs Jahren als Stadtoberhaupt von Isselburg.

"Ich hab morgen frei"

Auch Kurt Istemaas in seiner Funktion als Stellvertretender Bürgermeister dankte Geukes für die gute Zusammenarbeit voller Respekt und Wertschätzung. Istemaas bezweifelte allerdings, dass der scheidende Bürgermeister tatsächlich in den Ruhestand geht. „Es gibt nämlich noch ein Leben nach dem Amt“.

Rudi Geukes meinte dann, dass nun genug geredet sei. Er bat die Gäste an das angerichtete Buffet und zu dem einen oder anderen Bierchen. „Ich darf heute übrigens mal einen mehr trinken, denn im Gegensatz zu mir müsst ihr morgen arbeiten“.



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