Einige wenige wohnen in der Stadt Isselburg. Andere kennt man mit Namen, weil sie in der näheren Umgebung ihr Unternehmen betreiben. Der überwiegende Teil hat in anderen Regionen seinen Lebensmittelpunkt gefunden. Eines haben sie allerdings alle gemeinsam: Sie dürfen sich Schlossgeister nennen, weil sie im Parkhotel Wasserburg ihre Ausbildung als Koch, bzw. Köchin gemacht haben. Ähnlich wie bei einem Klassentreffen haben sie sich nun auf Einladung von Jörg und Peter Brune getroffen, um gemeinsam einen Gourmet-Nachmittag zu kreieren, den man in dieser Form sicherlich nicht oft findet.

Viele Köche verderben nicht immer den Brei

Dreizehn Köche und Köchinnen präsentierten sich am gestrigen Sonntag auf drei Etagen im Parkhotel Wasserburg. Jürgen Köpp (Landhaus Köpp), Oliver Boland (Deutsche Welle), Ralf Schwinning (Trüffel & Bohne), Lars Kathage (Mussumer Krug), Anna und Monika Boland (Anholter Schweiz), Friedel Diergardt (Diergardt´s Kühler Grund), Jochen Schütt, Kai Westerhoff (Wasserburg Anholt), Frank Mielke (Jordan Olivenöl), Marcel Bossmann (Bossmann Catering), Frank Brömmelhaus (Caviar House & Prunier) und Thomas Siemes (Zu den 3 Linden). Dazu kam mit Meike Hempsch eine Frau, die einige Zeit die Leitung des Service im Parkhotel inne hatte und sich heute der Herstellung von exquisitem Kaffeegenuss verschrieben hat. Und damit nicht genug: Harald Poss präsentierte das Weingut Poss und Niklas Schmeink zelebrierte als Teamaster die perfekte Teezubereitung. Wohltuend war zudem die exklusive ruhige Atmosphäre. Dazu gehörten auch Steffen Meyer und Stefan Ening von „Quite Relaxed“, die mit gefühlvollen Klängen die Gäste musikalisch unterhielten.

Überall waren Köche und Köchinnen zum Fachsimpeln mit den Gästen bereit. Dabei war es auch egal, ob es nun um Laktoseintoleranz oder um Glutenunverträglichkeit ging. Für alles hatten die Schlossgeister ein offenes Ohr.

„Vor ungefähr einem Jahr haben wir unsere ehemaligen Schlossgeister angerufen und ihnen unser Vorhaben erklärt“, erzählte Küchenchef Jörg Brune und ergänzte, dass das Thema bei allen nach nur wenigen Minuten abgehandelt war und sie ihre Zusage gaben.

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Fest für Augen und Gaumen

Selten kamen sich die Begriffe Gourmet, Genießen und Verwöhnen so nah, wie am vergangenen Sonntag. Mehr als zweihundert Gäste hatten sich im Parkhotel eingefunden, um die kulinarischen Kreationen mit Augen und Gaumen zu genießen. Ob beim „Spaziergang durch die Anholter Schweiz“ von Anna und Monika Boland, dem „Kürbis auf dem Acker“ von Ralf Schwinning, oder auch der „Seeteufel mit Orangenduft“ von Jürgen Köpp, oder die vielen anderen Angebote, alles war mit hervorragender Kochkunst und mit viel Stil angerichtet. Und auch, was das flüssige Angebot betrifft, blieben keine Wünsche offen. Heinrich Schmitz präsentierte Weinvariationen aus dem Schlosskeller und die Hamminkelner Firma van Nahmen verwöhnte mit exklusiven Säften.

Zehn Gramm, neunzig Grad und dreißig Sekunden

Auf der Wanderschaft von Stand zu Stand und von Etage zu Etage musste man auch einen Halt bei der „Kölner Kaffeemanufaktur“ von Meike und Georg Hempsch einlegen. Ähnlich wie bei Tee, gibt es auch beim Kaffee viele Zubereitungsmöglichkeiten. „Das Aufbrühen per Hand erfährt derzeit eine Renaissance“, erklärte Georg Hempsch. Macht man es richtig, so nimmt man ca. 10 Gramm Pulverkaffee je Tasse, erhitzt das Wasser auf 90 Grad, gießt ein wenig Wasser auf das Pulver, um es aufschäumen zu lassen, wartet ca. 30 Sekunden und gießt dann langsam kreisend das Wasser auf den Kaffee.

"So hab ich mir das vorgestellt"

„Der Nachmittag wurde so, wie ich ihn mir im Idealfall vorgestellt habe“, zog Jörg Brune ein mehr als positives Fazit. Und der Küchenchef dankte in diesem Zusammenhang auch den eigenen Mitarbeitern . „Die haben heute und auch in den letzten Tagen bei den Vorbereitungen alle einen tollen Job gemacht“.

Jörg und Peter Brune wollen das Ganze in aller Ruhe analysieren und dann überlegen, ob man solch eine Veranstaltung irgendwann so, oder in ähnlicher Form noch mal plant. Mehr als zweihundert zufriedene Gäste würden sich sicherlich darüber freuen.

Fotos/Collage: Frithjof Nowakewitz