Die Elternbefragung bezüglich der Schaffung einer Privatschule ist abgeschlossen und ausgewertet. Dr. Klaus Thiel von der Westfälischen Hochschule in Bocholt bezeichnete das Ergebnis als "ziemlich eindeutig". Thiel hatte mit den Studenten in einem Marktforschungskurs die Umfrage entwickelt, durchgeführt und nun auch ausgewertet.

Initiiert durch die Bürgerinitiative "Isselburg21 wurden 281 Eltern von 500 Schülern befragt. Gefragt wurde beispielsweise, welche Schulform im Falle einer Privatschule bevorzugt wird, ob ein bilingualer Abschluss gewünscht wird, ob eine Mensa vorhanden sein muss, oder ob das Gebäude der jetzigen Schule am Stromberg genutzt werden soll.

Dr. Andreas Pasckert, Bürgermeister Michael Carbanje und Dr. Klaus Thiel (von links) freuen sich über das positive Umfrageergebnis. (Foto: Frithjof Nowakewitz)

Zahlen sprechen für sich

Dr. Klaus Thiel und Dr. Andreas Pasckert von Isselburg21 stellten im Beisein von Bürgermeister Michael Carbanje die Auswertung vor. Von den 281 befragten Eltern finden es 200 schlecht, dass die derzeitige Verbundschule im Jahr 2022 geschlossen wird. Dem gegenüber würden 220 Eltern ihr Kind an einer Privatschule in Isselburg anmelden, wenn Wünsche und Erwartungen der Eltern erfüllt werden.  240 Eltern lehnen dabei aber die Einrichtung einer Hauptschule ab. Fast 200 Eltern befürworten die Einrichtung einer Realschule. Knapp dahinter liegt der Elternwille zur Einrichtung eines Gymnasiums. Hier machte Dr. Thiel aber deutlich, dass man schauen müsse, was Kommunen in der Nachbarschaft anbieten. Will man ein Gymnasium einrichten, oder wäre es besser, aufgrund wahrscheinlich höherer Schülerzahlen eine Realschule zu bilden?

Sprachen sind sehr wichtig

Was das Angebot einer Privatschule betrifft, finden fast 200 Eltern Sprachen "sehr wichtig". Das Angebot naturwissenschaftlicher Fächer gilt als wichtig. Auch Angebote zu Sport, Musik und der Hausaufgabenbetreuung sehen viele Eltern als wichtig an.

Eltern würden Förderverein unterstützen

Eine Frage war auch, ob die Eltern bereit sind einem Förderverein beizutreten und die weiterführende Privatschule mit Spenden zu unterstützen. Das Ergebnis war eindeutig, denn fast 250 Eltern entschieden sich für eine Unterstützung. Hintergrund ist, und darauf wies Dr. Thiel hin, dass eine Schule in privater Trägerschaft "nur" zu 94 Prozent vom Land NRW unterstützt wird. Sechs Prozent der Kosten müssen anderweitig, zum Beispiel also durch einen Förderverein aufgebracht werden.

Pasckert will eindeutige Antwort

Dr. Thiel zog ein positives Fazit der Befragung und der Ergebnisse. Bis auf eine Hauptschule sind alle Schulformen nach dem Elternwillen möglich. "Geht man nach den Zahlen, wäre objektiv betrachtet eine Realschule die richtige Schulform", wagte Thiel eine Prognose. Dr. Andreas Pasckert freute sich, dass die Nachfrage so positiv verlaufen ist. "Nun sind Rat und Verwaltung gefragt", erklärte Pasckert und wünschte sich eine eindeutige Antwort. „Wir machen nur weiter, wenn es von Rat und Verwaltung grünes Licht gibt, die müssen überlegen ob die Schaffung einer Schule in privater Trägerschaft gewollt ist".

Besprechen, abwägen, entscheiden

Bürgermeister Michael Carbanje ist bestrebt, so schnell wie möglich einen Gesprächstermin mit Isselburg21 zu vereinbaren, um das weitere Vorgehen zu besprechen. "Ich unterstütze das Vorhaben uneingeschränkt, bin aber nicht Alleinentscheider", erklärte Carbanje. Der Bürgermeister will nun erst mit Frank Schaffeld als zuständigen Fachbereichsleiter und mit Kämmerer Alexander Lin reden, um das Ergebnis zu bewerten und das weitere Vorgehen zu besprechen. Wichtig sei, so Carbanje auch, die Kosten für das Vorhaben zu ermitteln. Das Schulgebäude müsste saniert werden, sollte es für den zukünftigen Schulbetrieb gerüstet sein. "All das sind Dinge, die besprochen, abgewägt und letztendlich durch die politischen Gremien beschlossen werden".

Hier ist das Gesamtergebnis der Umfrage zu sehen

 

 



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